Der FunderNation Blog

Executive Summary: was Sie in diesem Beitrag erwartet

In diesem Beitrag zeigen wir anhand eines fiktiven Beispiels, wie die Renditeberechnung bei einer Investition über FunderNation grundsätzlich funktioniert. Dafür betrachten wir drei typische Szenarien und rechnen sie exemplarisch durch: Wachstum, Insolvenz und Exit. Ziel ist es, die Grundlogik verständlich zu machen – bewusst vereinfacht und ohne alle Sonderfälle im Detail abzubilden (siehe Disclaimer am Ende).

Rendite verstehen am Praxisbeispiel: Herr Funderick investiert in die SolarSocken GmbH

Wie wird die Rendite bei einer Investition über FunderNation eigentlich berechnet? Die kurze Antwort: Als Investor erhalten Sie einen virtuellen Anteil am Unternehmen. Ihr Gewinn hängt direkt davon ab, wie erfolgreich das Unternehmen ist. Wird das Unternehmen größer und erfolgreicher, steigt auch Ihre Rendite – läuft es schlechter, fällt Ihre Rendite entsprechend geringer aus.

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigen wir an einem Beispiel: Investor Herr Funderick möchte 1.000 € in unsere fiktive SolarSocken GmbH investieren – ein Startup, das Socken entwickelt, die Sonnenenergie sammeln, um die Füße zu massieren. Nachhaltig, innovativ und überraschend nützlich.

Die SolarSocken GmbH im Überblick

Sieht spannend aus – denkt sich Herr Funderick, und entscheidet sich kurzerhand für ein Investment. Er möchte 1.000 € investieren. Ein Blick auf die Investment Kennzahlen der SolarSocken GmbH hilft, zu verstehen, wie das Ganze funktioniert:

Angestrebte Rendite: Die geplante Verzinsung pro Jahr (im Beispiel 20-30 %) ist abgeleitet aus dem Finanzplan des Unternehmens. Das obere Ende der Spanne gilt, wenn das Unternehmen seine Ziele voll erreicht, das untere Ende bei einem wahrscheinlicheren, immer noch optimistischen Szenario. Hierbei handelt es sich allerdings nur um eine Prognose, deren Eintreten nicht garantiert ist. Die tatsächliche Rendite kann auch darunter liegen. Ebenso ist es möglich, dass das Unternehmen am Ende der Laufzeit nicht in der Lage ist, das Nachrangdarlehen zurückzuzahlen und die Investoren um Zustimmung zur Verlängerung bittet. Und da es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt, ist auch ein Totalausfall der Beteiligung möglich (siehe auch Risikohinweise).

Angestrebter Multiple: Wie viel das Investment von Herrn Funderick insgesamt vervielfacht wird, wenn die angestrebte Rendite erreicht wird.

Unternehmensbewertung: Seine Bewertung legt das Unternehmen selbst fest. Details, etwa zur Methode, finden Sie immer im Tab „Finanzen“. Oft wird die letzte Kapitalerhöhung als Ausgangspunkt genommen und aktuelle Erfolge einbezogen.

Laufzeit: Dauer des Investments bis zur Rückzahlung (z.B. 5 Jahre). Gibt an, wie lange der Betrag, den Herr Funderick investiert, fest gebunden ist.

Bevor wir nun in die Praxis einsteigen, ein kurzer Hinweis: Die Berechnung der Rendite ist komplex und von vielen Faktoren abhängig – etwa von Verwässerung oder Sonderfällen wie der Verlängerung von Darlehen. In diesem Beitrag werden solche Effekte bewusst außen vorgelassen. Außerdem vernachlässigen wir der Einfachheit halber den Unterschied zwischen der Unternehmensbewertung vor und nach der Finanzierungsrunde (Pre- vs. Post-Money-Bewertung). Das Ziel dieses Beitrags ist nicht, alle Details zu erklären, sondern auf einfache und verständliche Weise zu zeigen, wie die Rendite grundsätzlich zustande kommt. Alle genauen Regelungen und Details finden Sie in den jeweiligen Investmentverträgen.

Praxisbeispiel: Was passiert mit den 1.000 € von Herrn Funderick?

Genug Theorie. Schauen wir uns nun einmal an, was mit dem Kapital passiert, das Herr Funderick in die SolarSocken GmbH investiert.

Dafür müssen wir noch ein paar weitere Annahmen treffen:

1. Nehmen wir an, wir befinden uns im Jahr 2030. Die Laufzeit des Investments ist bis zum 31.01.2035 datiert, liegt also 5 Jahre in der Zukunft. Das entspricht einer typischen Laufzeit bei FunderNation.

2. Außerdem nehmen wir an, dass die Unternehmensbewertung der SolarSocken GmbH 10 Mio. € beträgt (damit können wir gut rechnen 😉).

Da die Investition die Form eines partiarischen Nachrangdarlehens hat, ist Herr Funderick Darlehensgeber und erhält eine virtuelle Beteiligungsquote. Das ist ein rechnerisches Konzept, um die theoretische Beteiligung eines Investors an einem Unternehmen („Beteiligungsquote“) darzustellen, ohne dass dieser tatsächlich Unternehmensanteile erwirbt.

Herr Funderick investiert 1.000 €. Bei einer Unternehmensbewertung von 10 Mio. € entspricht das einer virtuellen Beteiligungsquote von 0,01 %.

Damit können wir nun rechnen.

Es gibt 3 wesentliche Standardszenarien, die für die Entwicklung der Rendite eintreten können. Diese haben unterschiedliche Parameter für die Ermittlung der Rendite zur Folge, daher betrachten wir im Folgenden jedes Szenario einzeln.

1. Die SolarSocken GmbH entwickelt sich positiv, die Investoren profitieren
2. Die SolarSocken GmbH floppt und muss Insolvenz anmelden
3. Das ideale Szenario? Der Exit der SolarSocken GmbH

Darüber hinaus kann es auch vorkommen, dass das Unternehmen operativ erfolgreich ist, das Darlehen zum entsprechenden Zeitpunkt jedoch nicht zurückzahlen kann und den Investoren anbietet, über eine Verlängerung abzustimmen. Solche Sonderfälle lassen wir der Einfachheit halber in diesem Blogbeitrag außen vor.

Szenario 1: Die SolarSocken GmbH entwickelt sich positiv und Herr Funderick profitiert davon

Stellen wir uns vor, die SolarSocken GmbH läuft richtig gut. Die Kunden lieben die Socken. Vor dem SolarSocken-Shop bildet sich jeden Morgen eine lange Schlange, Onlineshops bestellen regelmäßig Nachschub, und die Presse berichtet über die clevere Idee. Das Unternehmen expandiert, produziert mehr Socken, stellt neue Mitarbeiter ein und baut zusätzliche Produktionslinien auf, beispielsweise die SonnenSocken mit Sonnenmotiv. Die Nachfrage steigt stetig.

Das sind super Nachrichten für Herrn Funderick: Denn die Rendite ist direkt mit der Entwicklung des Unternehmenswertes verbunden. Wächst die SolarSocken GmbH, wächst auch der Wert seines virtuellen Anteils. Juhu! Aber wie hoch ist seine Rendite nun?

Das hängt vom Unternehmenswachstum ab: Wie viel ist die Unternehmensbewertung gestiegen, und wie finden wir das heraus? Hier gibt es zwei Optionen: Recent Transaction und Umsatz-Multiple.

Recent Transaction

Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn das Unternehmen im letzten Jahr vor Ende der Laufzeit eine weitere Finanzierungsrunde durchgeführt hat, der eine Unternehmensbewertung zugrunde liegt.

Angenommen, die SolarSocken GmbH hat Ende 2034 eine weitere Finanzierungsrunde durchgeführt, um schneller skalieren zu können. Die neuen Investoren haben zu einer Unternehmensbewertung von 30 Mio. € investiert. Damit hat sich der Unternehmenswert seit dem Investment von Herrn Funderick verdreifacht. Grund für die höhere Bewertung könnte sein, dass sich der Umsatz der SolarSocken GmbH in den Jahren zuvor jeweils verdoppelt hat. Bei diesem innovativen Produkt kein Wunder.

In diesem Szenario ist die Rechnung ganz einfach: Verdreifachung der Bewertung = Verdreifachung des virtuellen Anteils von Herrn Funderick und somit auch Verdreifachung seines Investments. Herr Funderick erhält also 3.000 €.

Wer es genau wissen möchte: Die 3.000 €, die Herr Funderick in diesem Fall ausgezahlt bekommt, setzen sich zusammen aus 200 % Wertsteigerung von 10 auf 30 Mio. € (2.000 €) und Rückzahlung des ursprünglich investierten Nachrangdarlehens (1.000 €). Das entspricht in diesem Beispiel einer Rendite pro Jahr von 24,6 % und insgesamt einem Multiple von 3.

Je erfolgreicher sich die SolarSocken GmbH entwickelt, desto höher ist die Auszahlung für Herrn Funderick. Verzehnfacht sich der Unternehmenswert, verzehnfacht sich auch sein Kapital. Steigt die Bewertung bis 2034 dagegen nur von 10 auf 15 Mio. €, erhält er das 1,5-fache seines Investments – also 1.500 €.

Was aber, wenn keine Recent Transaction stattfand?

Umsatz-Multiple

Ohne Recent Transaction gibt es keine aktuelle Bewertung, die für die Berechnung verwendet werden kann. Deshalb wird zur Ermittlung der Bewertung der Umsatz des letzten vollständigen Geschäftsjahres herangezogen und mit einem vertraglich festgelegten Faktor (1 oder mehr, je nach Geschäftsmodell) multipliziert. Die auf diese Weise ermittelte Bewertung wird nun wieder mit der Beteiligungsquote von 0,01 % multipliziert. Zusätzlich zu der auf diese Weise ermittelten Rendite erhält Herr Funderick die Rückzahlung seines ursprünglichen Nachrangdarlehens.

Auch hier ein Rechenbeispiel: Die SolarSocken GmbH macht im Jahr 2034 15 Mio. € Umsatz, multipliziert mit 1. Herr Funderick erhält 0,01 % von 15 Mio. €. Das sind 1.500 €. Zusätzlich erhält er seine 1.000 € zurück. Ausgezahlt werden ihm also in diesem Beispiel 2.500 €. Das entspricht in diesem Beispiel einer Rendite pro Jahr von 20,1 % und insgesamt einem Multiple von 2,5.

Für beide Fälle gilt: Zurückgezahlt wird der ermittelte Betrag in 12 gleich hohen monatlichen Raten und ist somit ein Jahr später vollständig abgeschlossen. In beiden Fällen kann außerdem während der Laufzeit zusätzlich ein Erfolgszins anfallen. Da dies in der Praxis eher selten vorkommt und meist nur einen geringen Teil der Gesamtrendite ausmacht, lassen wir ihn hier zur Vereinfachung unberücksichtigt.

Wir lernen hier: Die Entwicklung von Herrn Fundericks Investment hängt von der tatsächlichen Entwicklung des jeweiligen Unternehmens ab. Die angestrebte Rendite, die ein Unternehmen angibt, ist nur eine Schätzung auf Basis des Finanzplans, die tatsächliche Rendite kann auch niedriger oder höher ausfallen.

Szenario 2: Die SolarSocken GmbH floppt und muss Insolvenz anmelden

Während Herr Funderick in Szenario 1 von einem steigenden Unternehmenswert profitiert hat, zeigt Szenario 2 die andere Seite der Medaille: das Risiko eines Totalverlusts.

Stellen wir uns vor, die SolarSocken kommen nicht gut an. Kunden sind skeptisch, die Bestellungen bleiben aus, und die Produktionskosten stapeln sich. Das Marketing funktioniert nicht wie geplant, und selbst die cleveren SonnenSocken mit Sonnenmotiv schaffen es nicht, sich auf dem Markt durchzusetzen.

In einem solchen Fall kann das Unternehmen den Betrieb nicht aufrechterhalten und muss Insolvenz anmelden. Für Herrn Funderick bedeutet das: Sein eingesetztes Kapital ist in der Regel verloren – eine Rückzahlung erfolgt nicht.

Hier sehen wir deutlich: Gerade bei jungen, innovativen Unternehmen kann es schnell anders laufen als geplant. Hohe Renditechancen gehen immer mit einem erheblichen Risiko einher.

Das ideale Szenario 3? Der Exit der SolarSocken GmbH

Stellen wir uns vor, die SolarSocken GmbH erlebt einen echten Durchbruch: Die Socken sind ein Hit, die Produktionslinien laufen auf Hochtouren, und die Marke ist plötzlich heiß begehrt. Ein großer Player am Markt bekommt Wind von dem Unternehmen und möchte es übernehmen. Für die SolarSocken GmbH ist das der Best Case: Alle Gesellschafter und Investoren verkaufen ihre Anteile, erhalten Kapital, und die Übernahme ermöglicht eine schnelle Expansion, da die neuen Eigentümer deutlich mehr Ressourcen bereitstellen.

Und Herr Funderick? Auch er profitiert direkt über seine virtuelle Beteiligungsquote. Der Verkaufserlös des Unternehmens wird herangezogen, und jeder Investor bekommt seinen Anteil.

Egal, zu welchem Preis die SolarSocken GmbH verkauft wird, und egal, zu welchem Zeitpunkt während der Laufzeit das passiert: Herr Funderick erhält 0,01 % (seine Beteiligungsquote) des Verkaufserlöses. Bei einem Verkaufserlös von 100 Mio. € (nach Abzug aller Transaktionskosten) sind das 10.000 € – in diesem Szenario hätte er sein Kapital sogar verzehnfacht.

Die 10.000 € ergeben sich analog zur Rechnung bei der „Recent Transaction“ aus Rückzahlung des Nachrangdarlehens und Beteiligung an der Wertsteigerung. Das entspricht in diesem Beispiel insgesamt einem Multiple von 10. Passiert der Exit im Jahr 2035 (vor Ende der Laufzeit), beträgt die Rendite pro Jahr 58,5 %. Ein Exit wie aus dem Bilderbuche.

Dazu muss jedoch gesagt werden: Auch wenn alle Gründer auf dieses Szenario hinarbeiten, schafft im besten Fall 1 von 10 Unternehmen einen erfolgreichen Exit.

Außerdem: Es kann auch einen „schlechten“ Exit geben – also einen Verkauf zu einer sehr niedrigen Bewertung, die unter dem Einstiegspreis von Herrn Funderick liegt. In diesem Fall federt das partiarische Nachrangdarlehen den Wertverlust ab, denn das Nachrangdarlehen wird beim Exit zurückgezahlt. Herr Funderick bekommt also mindestens seine 1.000 €, selbst wenn die SolarSocken GmbH z.B. für 5 Mio. € verkauft wird.

Nach einem Exit ist Herr Funderick aus dem Spiel – sein Investment ist abgeschlossen, und er kann sich zurücklehnen.

Fazit: High Risk, High Reward – Herr Fundericks Abenteuer

Am Ende zeigt die Geschichte von Herrn Funderick und der SolarSocken GmbH eines sehr deutlich: Investitionen in junge Unternehmen sind ein Abenteuer voller Chancen und Risiken. Manchmal läuft es gut, manchmal läuft es schlecht – aber selten exakt nach Plan.

Vielleicht erobern die SolarSocken den Markt im Sturm, das Unternehmen wächst rasant, und ein erfolgreicher Exit oder steigende Unternehmenswerte bringen den Investoren hohe Renditen. Gleichzeitig kann es auch anders kommen: Die Nachfrage bleibt aus, Projekte stocken und entwickeln sich langsamer, oder das Unternehmen muss sogar Insolvenz anmelden – dann ist das eingesetzte Kapital verloren.

Wie sich die Investition von Herrn Funderick entwickelt, hängt von der tatsächlichen Entwicklung der SolarSocken GmbH ab. Und die ist bei jungen Unternehmen zwar chancenreich, aber auch ungewiss. Das bedeutet vor allem: Wer sein Investment clever streut, kann Risiken abmildern und gleichzeitig von den Erfolgsgeschichten einzelner Startups profitieren.

Mit einer durchdachten Diversifikation bleibt das Abenteuer Investieren nicht nur spannend, sondern auch lohnenswert: Denn die Chancen auf attraktive Renditen steigen, während einzelne Rückschläge abgefedert werden.

Disclaimer: Dieser Blogbeitrag beschreibt ein rein fiktives Beispiel. Alle dargestellten Personen, Investoren, Unternehmen, Zahlen und Bewertungen sind frei erfunden und dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Sie stehen in keinem Bezug zu realen Ereignissen, tatsächlichen Unternehmenswerten oder echten Investitionsentscheidungen. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen oder Unternehmen wäre rein zufällig. Die Inhalte stellen zudem keine Investmentempfehlung dar. Die dargestellten Berechnungen und Effekte wurden zudem bewusst vereinfacht, um die Zusammenhänge verständlich darzustellen. Die genannten Zahlen und Beispiele sind daher nicht auf reale Investments übertragbar. Ferner ersetzt das Lesen dieses Blogbeitrags weder die sorgfältige Prüfung der Verträge noch das Lesen der Risikohinweise, des Vermögensanlagen-Informationsblatts (VIB) oder weiterer Informationen, die vor und während einer Investition auf der Plattform zur Verfügung gestellt werden.