Der FunderNation Blog

Wer heute über Energie spricht, spricht über Zukunftsfähigkeit: über europäische Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit, Stromkosten und erneuerbare Energiequellen. All das ist kein weit entferntes Zukunftsprojekt (mehr). Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben längst erkannt, dass konkrete Lösungen gebraucht werden, um Haushalte, Gebäude und Unternehmen unabhängiger zu machen. Nicht irgendwann, sondern jetzt.

Die Energiewelt verändert sich sichtbar. In Deutschland stammten 2025 bereits 58,6 Prozent des inländisch erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energieträgern. Eine erneuerbare Quelle sticht dabei besonders hervor: Photovoltaik erreichte einen neuen Höchstwert. Die Einspeisung aus Solarstrom stieg gegenüber dem Vorjahr um 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden.

Auch auf europäischer Ebene zeigt sich dieselbe Richtung: 2025 kamen 47,3 Prozent des in der EU erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Solarenergie war dabei die am schnellsten wachsende erneuerbare Stromquelle.

Warum erneuerbare Energien mehr sind als Klimaschutz

Wenn wir an erneuerbare Energien denken, denken wir oft zuerst an Klimaschutz. Das ist natürlich richtig, aber nur ein Teil des Ganzen. Gerade Solar- und Windenergie verändern auch die Art, wie Energie erzeugt, verteilt und genutzt wird.

Strom muss nicht mehr ausschließlich aus großen zentralen Strukturen kommen. Er kann direkt dort erzeugt werden, wo er gebraucht wird: in Quartieren, bei Unternehmen, auf dem eigenen Gebäudedach oder sogar über steckerfertige Lösungen auf dem Balkon. Damit wird Energie greifbarer. Menschen werden nicht nur Verbraucher, sondern können selbst zu Erzeugern werden. Dass das ein großer strategischer Vorteil ist, hat auch die Europäische Kommission erkannt:

“Dank der koordinierten europäischen Maßnahmen und des REPowerEU-Plans sind die Energiepreise in Europa im Vergleich zum Jahr 2022 erheblich gesunken. Europa investiert in die Erzeugung sauberer und erschwinglicher Energie und in die Sicherung seiner Energieunabhängigkeit. (… ) Erneuerbare Energien fördern den Klimaschutz, die Energieunabhängigkeit der EU, die Versorgungssicherheit, die Schaffung grüner Arbeitsplätze.”

Dezentrale Energie sichert Versorgung bei steigendem Strombedarf und Strompreisen

Je dezentraler Energie erzeugt wird, desto breiter verteilt sich die Versorgung. Wenn viele Gebäude, Haushalte und Unternehmen einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen, entsteht ein Energiesystem mit mehr Bausteinen, mehr Flexibilität und mehr Beteiligung. Jede Kilowattstunde, die lokal erzeugt und direkt genutzt wird, reduziert den Bedarf an extern bezogenem Strom. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit und Resilienz des gesamten Stromsystems.

Dezentrale grüne Energie wird besonders wichtig, weil der Strombedarf in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Unter anderem durch Elektromobilität, Wärmepumpen und neue elektrische Anwendungen.
Höherer Strombedarf und Faktoren wie wirtschaftliche Krisen führen zwangsläufig auch zu steigenden Strompreisen. Wer Solarstrom selbst direkt vor Ort erzeugt und nutzt, macht sich davon ein Stück unabhängiger.

Die nächste Stufe: Lösungen, die einfacher nutzbar werden

Insbesondere dezentrale Solarenergie rückt zunehmend in den Fokus. Das gilt für große Dachanlagen ebenso wie Balkonkraftwerke. Gleichzeitig zeigt sich: Damit Solarenergie am eigenen Gebäude ihr volles Potenzial entfalten kann, müssen technische, bauliche und regulatorische Anforderungen berücksichtigt werden. Themen wie Dachintegrität, Brandschutz, architektonische Vorgaben bei denkmalgeschützten Gebäuden oder sicherheitsbedingte Leistungsgrenzen für steckerfertige Solaranlagen zeigen, dass es Lösungen braucht, die nicht nur effizient, sondern auch sicher, normkonform und praxistauglich sind.

Damit erneuerbare Energien ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie leistungsfähig, wirtschaftlich sinnvoll und gleichzeitig sicher wie normkonform sein. Um zu erreichen, wobei klassische Lösungen bisher an ihre Grenzen gestoßen sind, treiben aktuell junge Unternehmen neue, innovative Technologien voran. Zwei Beispiele dafür sind indielux und paXos Solar.

indielux ermöglicht mit der patentierten ready2plugin-Technologie den sicheren und legalen Anschluss von bis zu 20 (statt 2) Solarpaneelen mit bis zu 10.000 Watt über die normale Haushaltssteckdose – damit können Haushalte einen großen Teil ihres Strombedarfs über sogenannte Balkonkraftwerke selbst decken.

Aktuell können Sie über diesen Link in indielux investieren: https://www.fundernation.eu/investments/indielux

paXos Solar setzt beim Gebäude selbst an: Das paXos Multi-Energie-Dach ist ein patentiertes, serienreifes und gebäudeintegriertes Solardachsystem, das die klassische Dacheindeckung ersetzt und gleichzeitig Strom erzeugt. Das System eignet sich besonders für anspruchsvolle Sanierungen, komplexe Dachformen, Gebäude mit statischen Herausforderungen sowie architektonisch sensible oder denkmalnahe Projekte.

paXos Solar hat in seiner FunderNation-Finanzierungsrunde über 1,8 Mio. € von insgesamt 686 Investoren erhalten und arbeitet aktuell an seinem Marketing und Vertrieb, um mehr Dächer auf den Markt bringen zu können.

Beide Ansätze zeigen: Die Energiewende wird nicht nur in großen Kraftwerken entschieden. Sie findet zunehmend dort statt, wo Menschen wohnen, arbeiten und leben.

Wir haben beide Unternehmen zum Interview eingeladen. Denn wer könnte besser erklären, was dezentrale Solarenergie heute schon leisten kann, als die Innovatoren selbst?

indielux: Mehr Solarleistung aus der Steckdose

FunderNation: Balkonkraftwerke kennt mittlerweile fast jeder. Mit ready2plugin ermöglicht ihr aber deutlich leistungsstärkere steckerfertige Solarlösungen: Bis zu zehnmal mehr Solarmodule können angeschlossen werden als bei gängigen Balkonkraftwerken. Warum ist das normalerweise nicht möglich – und was macht eure Technologie anders?

indielux: Balkonkraftwerke zeichnen sich dadurch aus, dass sie als plug&play-Lösung funktionieren, d.h. der erzeugte Strom wird direkt über die Haushaltssteckdose eingespeist. Dieser eingespeiste Solarstrom addiert sich zu dem Strom, der von der Sicherung begrenzt wird. Dadurch können unbemerkt mehr Verbraucher angeschlossen werden, als der Stromkreis verkraftet, ohne dass die Sicherung auslöst.

Die Folge: Die Leitungen überhitzen – langfristig droht Brandgefahr. Um dieses Risiko auszuschließen, hat der VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.) im Dezember 2025 nach neunjähriger Arbeit eine Norm verabschiedet. Diese legt fest, dass bei mehr als zwei angeschlossenen Solarmodulen ein Leitungsüberlastschutz erforderlich ist. Genau diesen Schutz liefert ready2plugin: Ein patentierter Algorithmus berechnet die Erwärmung der Leitung in Echtzeit und regelt die Einspeisung sicher nach. So sind mit unserer Technologie erstmals bis zu 20 Module mit bis zu 10.000 Watt sicher an einer Haushaltssteckdose anschließbar – ohne Elektriker, ohne Eingriff in die Hausinstallation.

FunderNation: Das heißt: Durch eure Technologie können Kunden einen deutlich größeren Teil ihres Strombedarfs selbst produzieren. Funktioniert das in der Praxis schon? Und wer sind eure Kunden

indielux: ready2plugin ist seit 2023 am Markt und tausendfach im Einsatz. Wir bedienen drei Kundengruppen: Endkunden kaufen unsere Komplettsets direkt über unseren Webshop oder über unser Partnernetz aus Händlern und Solateuren – vom Mieter mit Balkon bis zum Eigenheimbesitzer mit 20-Modul-Anlage. Bestandsbetreiber mit mehr als zwei Solarmodulen – das betrifft allein in Deutschland rund 170.000 Anlagen – können mit dem ready2plugin Stromwächter ihre Geräte sicher nachrüsten.

Und die dritte Kundengruppe sind Speicherhersteller, die unsere Technologie lizenzieren als „ready2plugin inside“, um ihre Systeme sicher und normkonform zu machen. Unser Ziel ist klar: wir wollen ready2plugin als globalen Sicherheitsstandard für die Steckdoseneinspeisung etablieren – so wie das ABS heute Bestandteil jedes modernen Autos ist.

paXos Solar: Wenn das Dach selbst zum Energiesystem wird

FunderNation: Solarmodule auf dem Dach hat auch jeder schon einmal gesehen. Euren Dächern sieht man allerdings kaum an, dass sie Sonnenstrom produzieren. Ist das vor allem eine optische Frage?

paXos Solar: Ja, die Optik ist wichtig – aber sie ist nur ein Teil des Mehrwerts. Unser Multi-Energie-Dach integriert Photovoltaik direkt in die Dachfläche, statt Module nachträglich auf das Dach zu setzen. Dadurch entsteht eine ruhige, architektonisch hochwertige Dachoptik. Gleichzeitig ersetzt das System die klassische Dacheindeckung, erzeugt Strom und kann zusätzlich die unter der PV-Fläche entstehende Wärme nutzbar machen. So entsteht eine robuste, langlebige und regelkonforme Dachlösung, die besonders bei Sanierungen, komplexen Dachformen, statischen Herausforderungen und architektonisch sensiblen Gebäuden neue Möglichkeiten schafft.

FunderNation: Eure Lösung ist also nicht nur für Neubauten interessant, sondern auch für Eigentümer historischer oder architektonisch sensibler Gebäude. Können wir eure Solarziegel bereits in der Praxis sehen?

paXos Solar: Ja, unsere Solarziegel sind bereits in realen Projekten im Einsatz. Wir haben sowohl Neubauten als auch Sanierungen umgesetzt, bei denen eine harmonisch integrierte PV-Lösung besonders wichtig war. Insgesamt haben wir schon über 30 Dächer gedeckt.

Aktuell sehen wir eine stark wachsende Nachfrage. Im März hatten wir einen neuen Anfrage-Rekord – unter anderem von privaten Bauherren, Dachdeckern, Architekten, Bauträgern und Projektentwicklern. Da Dachprojekte jedoch meist einen längeren Planungsvorlauf haben, vergehen von der ersten Anfrage bis zum Auftrag durchschnittlich etwa 14 Monate. Gerade deshalb ist die aktuelle Pipeline für uns ein starkes Signal: Der Markt sucht nach Lösungen, bei denen Dachsanierung, Energieerzeugung und Architektur nicht getrennt gedacht werden.

Fazit: Solarenergie wird alltagstauglich

Die Beispiele von indielux und paXos Solar zeigen, wie vielfältig die nächste Phase der Energiewende ist. Es geht nicht mehr nur darum, ob erneuerbare Energien ausgebaut werden. Es geht darum, wie sie einfacher, sicherer und besser in den Alltag integriert werden können.

Ob über leistungsstarke steckerfertige Solarlösungen im eigenen Zuhause oder über dachintegrierte Systeme, die Strom und Wärme verbinden: Dezentrale Solarenergie macht Gebäude aktiver, Haushalte unabhängiger und Energieversorgung greifbarer. Die stille Revolution auf unseren Dächern und Balkonen hat längst begonnen. Und sie kommt genau zur richtigen Zeit.