Der FunderNation Blog

47 Personen beim Dinner, volle Tische im Restaurant Goldener Engel und ein Sektempfang auf dem Marktplatz der historischen Heppenheimer Altstadt, bei dem auch vorbeilaufende Passanten neugierig stehenblieben: Unser Vor-Ort-Event inmitten der Heppenheimer Weinbergen hat gezeigt, wie groß das Interesse am persönlichen Austausch zwischen Investoren, Unternehmen und dem FunderNation-Team ist.

Für uns war es sogar ein neuer Teilnehmerrekord. Die Suche nach einer passenden Location wurde dadurch nicht gerade einfacher – denn wenn so viele Investoren, Unternehmer und Mitglieder des FunderNation Teams zusammenkommen, wird es schnell eng. Als wir 2022 unser erstes Investorendinner veranstaltet haben, war an solche Herausforderungen noch kaum zu denken.

Der historische Heppenheimer Marktplatz mit den Weinbergen im Hintergrund. Dazu in Glas Sekt oder eine alkoholfreie Alternative in der Hand. Der beste Start für unser Pitch & Switch Dinner!

Aber warum ist das Interesse an unseren Vor-Ort-Events eigentlich so groß? Warum nehmen so viele Investoren sich die Zeit, teilweise mehrere Stunden lang persönlich anzureisen, statt sich nur Pitch Decks, Videos oder Datenräume anzusehen?

Eine Antwort darauf geben zum Beispiel unsere Interviews mit Business Angels, die wir im Frühling geführt haben: 89 % der befragten Investoren haben angegeben, dass der direkte Austausch mit dem Team für ihre Investitionsentscheidung eine zentrale Rolle spielt. 47 % haben sogar hervorgehoben, dass das persönliche Kennenlernen für sie absolut unerlässlich ist.

Natürlich bevorzugen manche Investoren aus Kapazitätsgründen digitale Formate. Doch das Stimmungsbild ist klar: Wenn es machbar ist, möchten viele Investoren Unternehmen am liebsten persönlich erleben. Und je größer das im Raum stehende Investment ist, desto wichtiger wird auch der persönliche Eindruck vom Team.

Immer mehr Gäste füllten den Marktplatz. Gar nicht so einfach, so eine große und gesprächige Gruppe in das Innere des Goldenen Engels umzusiedeln…

Das beliebte Investorendinner: Weinberge, Spargel und ein persönlicher Blick hinter die Kulissen

Das Highlight des Tages war unser Pitch & Switch Dinner am Abend. Hier erreichten wir auch den höchsten Teilnehmerstand. Der Goldene Engel in Heppenheim war bis auf den letzten Platz gefüllt, und schon beim Empfang auf dem Marktplatz mit Aussicht auf die Weinberge zeigte sich: Der persönliche Austausch hat eine besondere Anziehungskraft.

Wir wollen ehrlich sein: Das erstklassige Essen ist bei unseren Dinner-Formaten möglicherweise auch ein Argument für die Teilnahme. Wenn wir schon dabei sind: Das beliebteste Gericht des Abends war das echte Wiener Schnitzel mit Spargel. Und beim beliebtesten Getränk – abgesehen von Wasser – lag ein trockener Weißwein von einem lokalen Winzer direkt aus Heppenheim vorn. Regionale Spezialitäten kommen bei unseren Gästen traditionell besonders gut an.

Trotzdem steht in dem Feedback, das wir von den Teilnehmern erhalten, (fast) immer der Inhalt im Vordergrund. Das nehmen wir als großes Kompliment. Denn unser Dinner ist kein klassisches Abendessen, sondern ein Pitch & Switch Format, das wir uns speziell für diesen Zweck überlegt haben:

In kleinen Gruppen stellen sich die anwesenden Unternehmer zwischen den Gängen vor. Nach jeder Pitch-Runde mit jeweils 4-5 Unternehmen wechseln die Gesprächspartner nach unterschiedlichen Regeln. So entsteht eine Mischung aus Dinner, Pitch-Format und kuratiertem Networking – eine Art entschleunigtes Speeddating zwischen Investoren und Unternehmen. Schnell genug, um viele Eindrücke zu sammeln. Langsam genug, um einen echten persönlichen Einblick zu erhalten.

Nach jeder Pitch-Runde durfte das Publikum die Pitches und Unternehmen in einem interaktiven, digitalen Format bewerten. Platz 1 für den besten Pitch des Abend ging an Katrin Kreidel von hydrop systems. Gut gemacht, ein starker Pitch bleibt im Gedächtnis!

Der Pitch ist keine Einbahnstraße: 90 Sekunden für Unternehmer, 90 Sekunden für Investoren

Damit das Format kurzweilig bleibt und die Unternehmer ihre Botschaft auf den Punkt bringen müssen, haben sie für ihren Elevator Pitch jeweils nur 90 Sekunden Zeit. Danach klingelt die Glocke. Das zwingt die Unternehmen dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Was ist das Problem? Wie lösen wir es? Was können wir, was sonst keiner kann?

Doch der Pitch ist keine Einbahnstraße. Nach den 90 Sekunden Präsentation folgen weitere 90 Sekunden für Publikumsfragen. Hier wird es am spannendsten: Investoren stellen häufig Fragen, mit denen Unternehmer nicht gerechnet haben. Nicht, dass diese Fragen besonders ungewöhnlich wären… doch Unternehmer stecken oft so tief in ihrem Thema, dass wichtige Punkte für sie selbstverständlich, offensichtlich oder irrelevant erscheinen. Für jemanden, der ein Unternehmen nur aus der Distanz kennt, oder gar im Pitch zum allerersten Mal von diesem hört, ist der Blick oft ein völlig anderer.

Jedes Unternehmen hatte 90 Sekunden Zeit zum Pitchen. Ob alleine oder zu zweit, war den Teilnehmern selbst überlassen. Hier paXos Solar. Mit auf der Bühne: die eigens entwickelten Solardachziegeln. Sehr eindrucksvoll!

Diese „Überraschungsfragen“ sind für beide Seiten besonders wertvoll:

Unternehmer erhalten direktes Feedback dazu, welche Themen Investoren besonders interessieren, wo noch Erklärungsbedarf besteht und welche Aspekte ihrer Investment Story vielleicht noch deutlicher herausgearbeitet werden müssen.

Investoren wiederum können proaktiv genau die Punkte ansprechen, die für ihre eigene Einordnung wichtig sind. Dabei bekommen sie nicht nur inhaltliches Feedback, sondern eine Echtzeit-Reaktion, die oft mehr verrät als beispielsweise ein E-Mail: Wie reagieren die Unternehmer auf unerwartete, vielleicht gar kritische Fragen? Kennen sie ihre Fakten, sind sie gut vorbereitet? Haben sie alles wichtige bedacht?

Herz oder Kopf: Zwischen Bauchgefühl und Faktencheck

Gerade bei jungen Unternehmen lässt sich nicht alles aus einem Pitch Deck herauslesen. Unterlagen sind wichtig, Zahlen sind wichtig, Marktinformationen sind wichtig. Keine Frage. Aber sie zeigen nur einen Teil des Bildes. Im persönlichen Gespräch erleben Investoren zusätzlich, wie ein Team denkt, argumentiert und auf Rückfragen reagiert. Und für beide Parteien wird deutlich, ob die Chemie stimmt, oder nicht.

Diese Eindrücke ersetzen keine weitere Prüfung einer Investitionschance. Aber sie helfen, Chancen und offene Punkte besser einzuordnen. Oft entsteht schon in wenigen Minuten ein Gefühl dafür, ob man ein Unternehmen näher kennenlernen möchte. Auf unseren Events finden so oft Parteien zusammen, die sich sonst nie kennengelernt hätten. Und manchmal ist es auch genau andersrum, und man kommt nicht zusammen, obwohl es rein inhaltlich (zumindest auf den ersten Blick) eigentlich gut gepasst hätte.

Probearbeiten vor dem Investment: Wenn Investoren und Unternehmer die Köpfe zusammenstecken

Wer noch tiefer einsteigen wollte, konnte bereits am Nachmittag an unserer Fundraising Masterclass Vol. 08 im Viniversum Heppenheim teilnehmen. In interaktiven Workshops arbeiteten Investoren und Unternehmer gemeinsam an der Investment Story und dem Pitch der Unternehmen.

Zwischen den interaktiven Workshops kamen auch die Investoren zu Wort: In einem Interview-Format sprechen Business Angels über ihre Erfahrungen mit und Erwartungen bei einem Investments.

Für Unternehmer ist das besonders wertvoll, weil sie die Investorenperspektive früh in ihre Positionierung einfließen lassen können. Sie merken unmittelbar, welche Argumente verstanden werden, welche Fragen immer wieder auftauchen und wo der Blick von außen andere Schwerpunkte setzt als die interne Unternehmensperspektive.

Für Investoren bietet ein solches Format ganz besondere, exklusive Einblicke. Sie lernen die Unternehmer nicht nur als Pitch Präsentatoren kennen, sondern erleben sie in der Zusammenarbeit: Wie nehmen sie Feedback auf? Wie reflektiert gehen sie mit Einwänden um? Wie klar können sie ihre Strategie weiterentwickeln? Und wie gut passt die gemeinsame Arbeitsweise?

Das ist besonders relevant für Investoren, die nicht nur Kapital geben, sondern auch Erfahrung, Kontakte oder fachliche Expertise einbringen möchten. Denn dann zählt nicht nur die Investitionschance selbst, sondern auch die Frage, ob eine produktive Zusammenarbeit entstehen kann. Man könnte sagen: Die Workshops sind ein gegenseitiges Kennenlernen unter ähnlichen Bedingungen wir bei einem Probearbeiten.

Zugegeben: Das ist etwas mehr Arbeit als das Dinner. Umso mehr hat uns gefreut, dass auch hier mehr Teilnehmer kamen als antizipiert – und wir beim Mittagessen spontan noch ein paar Stühle dazustellen mussten.

Besonders beliebter Programmpunkt am Nachmittag: Der Investment Story Workshop, in dem Unternehmer gemeinsam mit Investoren und dem FunderNation-Team ihre Investment Story optimieren.

Online gibt es weder Spargel noch Weißwein noch einen ungefilterten persönlichen Eindruck

Digitale Formate, Pitch Decks und Datenräume sind aus dem Investitionsprozess nicht wegzudenken. Sie sind effizient, skalierbar und wichtig für die strukturierte Prüfung seitens der Investoren. Aber persönliche Gespräche erfüllen eine andere Funktion.

Investoren nehmen nicht nur die Inhalte auf, die Unternehmer ihnen kommunizieren, sondern auch das „wie“: Wie erklärt jemand etwas, wie reagiert er auf Feedback? Unternehmer wiederum erfahren, welche Themen und Inhalte Investoren vom ersten Moment an bewegen und welche Fragen offen bleiben.

Meistens entstehen die wichtigsten Erkenntnisse genau dort, wo keine Folie mehr gezeigt wird: im direkten Gespräch, beim Nachhaken, im Austausch zwischen den Gängen – oder bei einem Glas Heppenheimer Weißwein zwischen den Weinbergen.

Wenn Sie auch einmal an einem unserer Investoren-Events teilnehmen möchten, melden Sie sich gerne persönlich bei uns per E-Mail an Luca.Gremm(at)fundernation.eu. Wir veranstalten unsere Formate deutschlandweit. Die Teilnahme ist aufgrund begrenzter Kapazitäten exklusiv und an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Weitere Impressionen der Veranstaltung

Die Inhalte eines Pitches sind die eine Sache. Die andere ist, sie klar, deutlich und spannend vorzutragen, damit das Publikum sie auch aufnehmen kann. Deshalb ist ein kleines Training dazu Teil unseres Masterclass Programms.

Die Außenansicht unserer Dinner-Location „Der Goldene Engel“ im Herzen von Heppenheim an der Bergstraße. Neben der historischen Kulisse überzeugte uns vor allem das hochwertige, regionale Menü: Genuss mit kurzen Wegen und nachhaltigem Anspruch.
Unser Format fördert intensiven Austausch mit vielen neuen Kontakten. Daraus gehen oft Verbindungen oder gar Partnerschaften hervor, die über lange Zeit hinweg bestehen. Für manche Gäste sind unsere Veranstaltungen daher nicht nur ein Ort des Kennenlernens, sondern auch einer des Wiedersehens.
Herausragende historische Kulisse, regionales Menü, persönliche Gespräche – ein Abend mit bleibendem Eindruck. Bis zum nächsten Mal!