Die LLS Rowiak LaserLabSolutions GmbH fertigt und vertreibt innovative Lasersysteme mit hochauflösender Bildgebung. Mit Geschäftsführerin Dr. Birgitta Stolze sprachen wir über den Wachstumsmarkt Biophotonik, das Unternehmens-Credo und zu ganz konkreten Möglichkeiten wie ihre Technologie die Gesundheit von Patienten verbessern kann.

FunderNation: Der Biophotonik-Markt umfasst die Anwendung lichtbasierter Technologien im Bereich Life Sciences und Medizin. Er gilt als äußerst zukunftsträchtiger und schnellwachsender Markt. Eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene Analyse geht davon aus, dass der Markt bis 2020 ein Gesamtvolumen von 85,5 Mrd. Euro erreicht (im Vergleich: 48,4 Mrd Euro in 2012).  Frau Dr. Stolze, wo sehen Sie selbst die größten Chancen des Marktes?

Dr. Birgitta Stolze: Da die Bevölkerung immer älter wird, steigt auch die Nachfrage nach einer besseren Versorgung im Gesundheitsbereich. Das wird sich auch auf den Biophotonik-Markt stark auswirken. Diagnosen müssen schneller und zielgerichteter erfolgen, was mit Hilfe von Lasersystemen sehr effektiv erreicht werden kann. Außerdem sind die Einsatzmöglichkeiten der Lasertechnologie in der medizinischen, pharmazeutischen und biologischen Forschung extrem vielfältig. Diese Technologien werden weltweit immer mehr zum Standard.

Stolze Birgitta 88703_p41d J12_048_coWir haben es geschafft die Optik und Lasertechnologie weiterzuentwickeln, um in bislang unbekannte Dimensionen von Zellen und Geweben hineinzuschauen, die mit den herkömmlichen Methoden bisher unsichtbar waren. Dadurch können Patienten besser und vor allem schneller versorgt werden: Sie warten kürzer auf diagnostische Ergebnisse. Innovative Medizinprodukte zur Krankheitsbehandlung stehen ihnen schneller zur Verfügung, weil die Forschungszeit verkürzt wird.

FunderNation: Ihre Kunden finden sich vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung von Pharma-, Biotech- und Medizintechnikunternehmen, aber auch in Histologie- und Auftragslaboren. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden, und wofür steht Ihr Unternehmen?

Dr. Birgitta Stolze: Wir bieten eine Lösung an, die auf neuartige und effizientere Weise Gewebe, Zellen und Werkstoffe präpariert, isoliert und bearbeitet. Neben dem Verkauf und der Wartung der Lasersysteme sowie Gerätetrainings unterstützen wir unsere Kunden auch mit Dienstleistungen wie Probenschneiden und bei der individuellen Entwicklung von Geräten und Anwendungen.

Wir möchten nachhaltige Kundenbeziehungen aufbauen und helfen, mit weniger Aufwand und Material schnellere Ergebnisse zu erhalten. Letzten Endes möchten wir damit einen Beitrag dazu leisten, dass Patienten möglichst rasch von innovativen Verfahren profitieren können. Unsere Vision ist es, den Laser als sehendes Messer in Diagnostik, Forschung und Qualitätskontrolle einzusetzen und damit zukünftig Patienten weltweit eine bessere Gesundheitsversorgung zu bieten.

FunderNation: Sie haben eingangs verkürztes Warten auf diagnostische Ergebnisse und eine schnellere Verfügbarkeit von Medizinprodukten erwähnt. Können Sie konkrete Beispiele dafür nennen, wie Lasersysteme dies erreichen können und wo die Technologie heute schon zum Einsatz kommt? Wie können Patienten praktisch von Ihren Systemen profitieren?

Dr. Birgitta Stolze: In der Augenheilkunde wird die Lasertechnologie bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt, zum Beispiel um eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren oder grauen Star zu behandeln. Die Methode genießt heute großes Vertrauen, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass sie extrem genau ist und umliegendes Gewebe schont.

CellSurgeon_oH

CellSurgeon, Laserschneidesystem mit 3D-Bildgebung

Auch in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung können unsere Systeme ganz konkret den Patienten nützen. So verwendet einer unserer Kunden – ein  Pharma-Unternehmen – unsere Technologie in der Thromboseforschung. Der Laser kann gezielt kleine Blutgerinnsel induzieren, die anschließend beobachtet werden. So kann man zum Beispiel untersuchen, wie gut ein neuer Wirkstoff gegen Krankheiten wie Thrombosen wirkt.

Wir sehen außerdem hervorragende Einsatzmöglichkeiten, um präklinische Tests für Implantate zu beschleunigen. Sicherlich kennt beinahe jeder eine Person mit einem Implantat, wie einem Stent nach einem Herzinfarkt oder einer Hüftprothese. Damit die Anwendung der Implantate in Patienten wirklich sicher ist, müssen diese vor ihrer Zulassung ausgiebig im Tiermodell untersucht werden. Der Prozess dauert wegen des hohen Probenaufkommens oft sehr lange. Unsere Lasersysteme können präklinische Tests um mehrere Monate beschleunigen, weil sie selbst schwieriges Gewebe mit harten Bestandteilen wie Knochen, Zähnen oder sogar Metall ohne aufwendige Vorarbeiten schneiden. Patienten kann dadurch schneller mit innovativen und sicheren Medizinprodukten geholfen werden.

Unsere Vision ist es, dass die Lasersysteme zukünftig auch in der Diagnostik eine tragende Rolle spielen, etwa wenn Gewebeproben (Biopsien) bei Tumorverdacht untersucht werden. Normalerweise werden diese mechanisch geschnitten und aufwendig weiter verarbeitet. In der Regel dauert es mehrere Tage bis zum Untersuchungsergebnis. Die Arbeitskräfte des Labors könnten mit Hilfe der Lasertechnologie entlastet werden, weil sie den Aufwand reduziert. Und für die Patienten ist die Wartezeit zwischen Hoffen und Bangen meist emotional sehr belastend. Folglich entlastet die Lasertechnologie auch Patienten, indem sie diese Zeit verkürzt.

Wir bedanken uns bei Dr. Birgitta Stolze für das Interview.