Der „2nd Annual European Alternative Finance Industry Survey“ der University of Cambridge und KPMG wurde veröffentlicht und liefert interessante Erkenntnisse zum europäischen Crowdnvesting-Markt. Die Daten basieren auf insgesamt 393 alternativen Finanzierungsanbietern aus 32 europäischen Ländern, die ca. 90% des sichtbaren Marktes abdecken. Neben FunderNation, haben insgesamt 34 weitere Plattformen aus Deutschland an der Studie teilgenommen.

Die wichtigsten Erkenntnisse über den deutschen Crowdinvesting-Markt haben wir für Sie hier zusammengefasst:

–    Alternative Finanzierungsformen, die online abgewickelt werden (wie z.B. Crowdinvesting) sind 2015 um 78% gestiegen
–    Mit 249 Millionen weist Deutschland, nach dem Vereinigten Königreich (4,348 Milliarden) und Frankreich (319 Mio.) das drittgrößte Finanzvolumen auf
–    Das durchschnittliche Finanzierungsvolumen betrug beim Crowdinvesting 349.397 EUR pro Kampagne, die von durchschnittlich 438 Investoren bereitgestellt wurden
–    Bei der Finanzierung von Immobilien liegt das Volumen sogar bei durchschnittlich 1.073.467 EUR.
–    Zunahme der institutionellen Investoren: 8% der Summe alller Crowdinvesting-Beträge wurde von institutionellen Investoren getragen (wie z.B. VC-Gesellschaften oder Fonds)

Sicherlich hat jedoch die Einführung des Kleinanlegerschutzgesetztes und die damit verbundene Umstellung bewirkt, dass viele Finanzierungsprojekte zunächst verschoben wurden und dadurch das Wachstum in Deutschland gebremst wurde. Allerdings sieht man bereits an den Quartalszahlen des Jahres 2016 eine Umkehr dieses Trends.

Und auch Uli W. Fricke, Geschäftsführerin der Crowdinvesting-Plattform FunderNation und stellvertretende Vorsitzende des Bundesverband Crowdfunding e.V. sieht grundsätzlich eine positive Entwicklung des Marktes, insbesondere was das zunehmende Interesse institutioneller Investoren betrifft: „Crowdfunding schließt für viele innovative Unternehmen und Projekte eine Finanzierungslücke. Insbesondere wird dringend notwendiges Wagniskapital bereitgestellt. 8 Prozent der Investitionen der Crowd kommt über institutionelle Investoren – dies ist ein gutes Zeichen dafür, dass sich Finanzierungen von institutionellen Investoren und Finanzierungen von der Crowd kombinieren lassen.“

Ist eine Crowdinvesting-Kampagne erfolgreich abgeschlossen, überzeugt das außerdem oft weitere und vor allem größere Investoren. So konnte z.B. das Start-Up Enerkite mit seiner Kampage über die stromerzeugenden Drachen auf www.fundernation.eu so begeistern, dass in der Folge drei Business Angels sowie die Gothaer Versicherung eingestiegen sind und signifikant investiert haben. „Crowdinvesting hat großes Potential in Deutschland“, so Uli W. Fricke, „wir haben viele technologisch starke und innovative Unternehmen. Crowdinvesting schafft erstmalig auch privaten Investoren einen Zugang zu diesen Investitionschancen. Die zügige Professionalisierung der Branche schafft die notwendige Vertrauensbasis sowohl für die Investoren, als auch die Unternehmen.“