Der gestrige CrowdTuesday des European Crowdfunding Network in Frankfurt hat mit interessanten Informationen und einigen Überraschungen aufgewartet:

  • Zwei Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, haben über die geplante Vorgehensweise im Hinblick auf das neue KASG und Crowdfunding gesprochen, und sich den vielfältigen Fragen der Teilnehmer gestellt. Seit Freitag letzter Woche ist die BaFin zuständig, die Einhaltung der Regeln des KASG beim Crowdfunding zu überwachen. Dazu gehört auch das sogenannte VIB – Vermögensanlage-Informationsblatt, entgegenzunehmen, das jedes Unternehmen nun erstellen muss, das Geld von der Crowd einsammeln möchte.
  • Die Deutsche Börse hat ihr neues Venture Network vorgestellt. Auf der Online-Plattform der Deutschen Börse können sich Unternehmen präsentieren, die eine Wachstumsfinanzierung suchen. Viele renommierte internationale Investoren sind dort bereits vertreten, die so Zugang zu interessanten Investitionsmöglichkeiten in späteren Finanzierungsphasen erhalten. Der Launch der Plattform erfolgte im Juni 2015 und ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Finanzierungsalternative für innovative deutsche Unternehmen.
  • Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW war zu hören, dass bereits in diesem Jahr erste Investitionen in deutsche Venture Capital Fonds durchgeführt werden. Das in 2015 aufgelegte neue Programm folgt einer Periode von 10 Jahren, in denen die KfW nicht als Investor in Venture Capital Fonds zur Verfügung stand.

Die unterschiedlichen Initiativen bestätigen anschaulich die deutliche Stärkung, die der deutsche Markt für die Finanzierung innovativer Wachstumsunternehmen in 2015 erfahren hat. Für die Unternehmen sind das sehr gute Nachrichten – der Zugang zu Kapital hat sich spürbar verbessert.