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5 Erfolgsfaktoren für eine Crowdinvesting-Kampagne

grandstand-330930_1920Eine Crowdinvesting-Kampagne kann relativ schnell auf eine Plattform gestellt werden. Doch hinter einer erfolgreichen Kampagne steckt sehr viel mehr als nur die Kampagnen-Seite, nämlich mehrwöchige intensive Vorbereitung. Neben geschäftlichen Dokumenten, wie einem Business- und Finanzplan, sollten Unternehmen frühzeitig in die Kampagnen-Planung einsteigen.

Wir haben die wichtigsten Erfolgsfaktoren zusammengestellt, die bei der Vorbereitung eines Crowdinvestings beachtet werden müssen, um die Erfolgschancen zu erhöhen.

  1. Innovative Geschäftsidee: Ist eine Geschäftsidee innovativ, skalierbar und kommt idealerweise aus einer zukunftsfähigen Investmentkategorie, dann ist das die Basis für langfristigen Erfolg. Die kapitalsuchenden Unternehmer sollten potentiellen Investoren auf anschauliche Weise erklären können, warum es sich lohnt sie zu unterstützen – sprich ihre Investment-Story erzählen können. Darin sollten sowohl finanzielle als auch ideelle Gründe erwähnt werden, warum sich Investments auszahlen.
  2. Family, Friends & Fans: Egal ob Crowdfunding oder Crowdinvesting, Funding-Kampagnen funktionieren selten ohne eigene Community. Das private und berufliche Netzwerk sowie Freunde und Familie sind die ersten Multiplikatoren, die einer Kampagne Reichweite verschaffen. Schon möglichst lange vor dem Crowdinvesting sollte eine Fan-Gemeinde aufgebaut werden und die ersten Investoren für das Finanzierungsprojekt gewonnen werden. Wie wichtig das eigene Netzwerk für einen erfolgreichen Kampagnenstart ist, untermauert auch die in Branchenkreisen bekannte 30%-Regel: Fließen 30% der Fundingsumme aus dem eigenen Netzwerk gleich zum Kampagnenstart, hat die Kampagne eine 90%ige Erfolgschance. Je größer die Signalwirkung für neue Investoren also ausfällt, desto größer sind die Erfolgschancen für eine Kampagne.
  3. Marketing: Eine Kampagne kann einen positiven Marketing-Effekt für die Unternehmen haben. Es ist jedoch ein Trugschluss, dass ein Crowdinvesting alleine für einen Marketing-Buzz sorgt. Die Vorbereitung eines Marketingplans und eine kontinuierliche Kommunikation während der Kampagne sind das A&O um erfolgreich zu sein. Leider wird der Aufwand für Kommunikations- und Marketingmaßnahmen oftmals unterschätzt, deshalb ist es wichtig frühzeitig mit der Plattform und Marketing-Partnern Kontakt aufzunehmen und in die Planung zu gehen.
  4. Ausreichend Ressourcen: Vor, während und auch nach dem Crowdinvesting ist ein hohes Engagement gefragt. Das Marketing ist nur ein Baustein für das zusätzliche Ressourcen in personeller und finanzieller Form bereitgestellt werden müssen. Auch der zeitliche Aufwand für Investoren-Gespräche, Veranstaltungsbesuche oder das Erstellen der Investor-Reportings nach der erfolgreichen Kampagne braucht Zeit.
  5. Kampagnen-Profil: Das Kampagnen-Profil fasst den Investment-Case zusammen und ist das Herzstück des Projekts. Die Seite muss  alle wichtigen Fragen potentieller Investoren beantworten. Ein unterhaltsames Pitch-Video, ansprechendes Bildmaterial und die Vorstellung der Gründer vervollständigen die Darstellung der Investmentchance mit all seinen Details. Das Erstellen und Gestalten der Kampagnen-Seite kann schnell einige Tage in Anspruch nehmen und sollte vor dem Launch sorgfältig inhaltlich geprüft werden. Dazu empfiehlt es sich vorab vom eigenen Netzwerk Feedback einzuholen.

Die Planung, Durchführung und Nachbereitung ist ohne Frage mit viel Aufwand verbunden. Unternehmen können jedoch entscheiden welche Aufgaben intern oder extern vergeben werden und die Kosten eventuell sogar durch das Crowdinvesting refinanzieren. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Marketingexperten und Agenturen, die sich auf die Umsetzung und Planung von Crowdinvesting-Kampagnen spezialisiert haben, sowie die Möglichkeit auch mit überschaubarem Budget eine Kampagne erfolgreich abzuschließen. Und bei einer sorgfältigen Planung stellen sich auch die nicht-finanziellen Vorteile einer Kampagne ein. Nämlich Marketing-Effekte, Erschließen neuer Zielgruppen, Netzwerk-Ausbau, zusätzliche Bekanntheit, direktes Markt-Feedback, usw.

Investmentkategorien bei FunderNation: Frauen in Führungspositionen

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist trotz Gesetze und Vereinbarungen auf Bundesebene seit Jahren unverändert niedrig. Die Rolle der Frau in Führungsebenen ist dabei schon lange keine moralische Frage mehr, sondern eine Volkswirtschaftliche:  zukünftig wird es sich kaum ein Land leisten können, auf 50 Prozent seiner Workforce zu verzichten. Insbesondere  im Hinblick auf die immer höheren Bildungsabschlüsse und der Fachkräftemangel können die enormen Potenziale weiblicher Nachwuchskräfte nicht länger vernachlässigt werden (siehe „Womanomics – Frauen erobern die Arbeitswelt“, Zukunftsinstitut).

Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt außerdem: Frauen sind die besseren Chefs. Von Frauen geführte Unternehmen gehen seltener pleite. Chefinnen agieren vorsichtiger und defensiver, was kurzfristig zwar Wachstum kosten kann, sich mittel- und langfristig aber auszahlt. Die Studie untersuchte die Lage von Unternehmerinnen in Deutschland, Frankreich, Schweden, Österreich, Italien, Polen und Großbritannien. Herausgekommen ist, dass die Unternehmerinnen in allen Ländern Erfolg eher aus einer ganzheitlichen Perspektive definieren als Männer. Im Ergebnis bescheren Unternehmerinnen ihren Investoren vergleichsweise zuverlässig Renditen mit weniger Risiko.

Bei FunderNation liegt übrigens der Anteil an Frauen bei 50%, sowohl auf Geschäftsführer- als auch Managementebene. Lesen Sie außerdem im früheren Blog-Beitrag Noch 80 Jahre bis zur Gleichberechtigung?“ warum die Geschlechterfrage am Arbeitsplatz aus gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Hinsicht so wichtig ist.

Frauen in Führungspositionen

 

„Unsere Vision ist es eine bessere Gesundheitsversorgung zu bieten“

Die LLS Rowiak LaserLabSolutions GmbH fertigt und vertreibt innovative Lasersysteme mit hochauflösender Bildgebung. Mit Geschäftsführerin Dr. Birgitta Stolze sprachen wir über den Wachstumsmarkt Biophotonik, das Unternehmens-Credo und zu ganz konkreten Möglichkeiten wie ihre Technologie die Gesundheit von Patienten verbessern kann.

FunderNation: Der Biophotonik-Markt umfasst die Anwendung lichtbasierter Technologien im Bereich Life Sciences und Medizin. Er gilt als äußerst zukunftsträchtiger und schnellwachsender Markt. Eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene Analyse geht davon aus, dass der Markt bis 2020 ein Gesamtvolumen von 85,5 Mrd. Euro erreicht (im Vergleich: 48,4 Mrd Euro in 2012).  Frau Dr. Stolze, wo sehen Sie selbst die größten Chancen des Marktes?

Dr. Birgitta Stolze: Da die Bevölkerung immer älter wird, steigt auch die Nachfrage nach einer besseren Versorgung im Gesundheitsbereich. Das wird sich auch auf den Biophotonik-Markt stark auswirken. Diagnosen müssen schneller und zielgerichteter erfolgen, was mit Hilfe von Lasersystemen sehr effektiv erreicht werden kann. Außerdem sind die Einsatzmöglichkeiten der Lasertechnologie in der medizinischen, pharmazeutischen und biologischen Forschung extrem vielfältig. Diese Technologien werden weltweit immer mehr zum Standard.

Stolze Birgitta 88703_p41d J12_048_coWir haben es geschafft die Optik und Lasertechnologie weiterzuentwickeln, um in bislang unbekannte Dimensionen von Zellen und Geweben hineinzuschauen, die mit den herkömmlichen Methoden bisher unsichtbar waren. Dadurch können Patienten besser und vor allem schneller versorgt werden: Sie warten kürzer auf diagnostische Ergebnisse. Innovative Medizinprodukte zur Krankheitsbehandlung stehen ihnen schneller zur Verfügung, weil die Forschungszeit verkürzt wird.

FunderNation: Ihre Kunden finden sich vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung von Pharma-, Biotech- und Medizintechnikunternehmen, aber auch in Histologie- und Auftragslaboren. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden, und wofür steht Ihr Unternehmen?

Dr. Birgitta Stolze: Wir bieten eine Lösung an, die auf neuartige und effizientere Weise Gewebe, Zellen und Werkstoffe präpariert, isoliert und bearbeitet. Neben dem Verkauf und der Wartung der Lasersysteme sowie Gerätetrainings unterstützen wir unsere Kunden auch mit Dienstleistungen wie Probenschneiden und bei der individuellen Entwicklung von Geräten und Anwendungen.

Wir möchten nachhaltige Kundenbeziehungen aufbauen und helfen, mit weniger Aufwand und Material schnellere Ergebnisse zu erhalten. Letzten Endes möchten wir damit einen Beitrag dazu leisten, dass Patienten möglichst rasch von innovativen Verfahren profitieren können. Unsere Vision ist es, den Laser als sehendes Messer in Diagnostik, Forschung und Qualitätskontrolle einzusetzen und damit zukünftig Patienten weltweit eine bessere Gesundheitsversorgung zu bieten.

FunderNation: Sie haben eingangs verkürztes Warten auf diagnostische Ergebnisse und eine schnellere Verfügbarkeit von Medizinprodukten erwähnt. Können Sie konkrete Beispiele dafür nennen, wie Lasersysteme dies erreichen können und wo die Technologie heute schon zum Einsatz kommt? Wie können Patienten praktisch von Ihren Systemen profitieren?

Dr. Birgitta Stolze: In der Augenheilkunde wird die Lasertechnologie bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt, zum Beispiel um eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren oder grauen Star zu behandeln. Die Methode genießt heute großes Vertrauen, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass sie extrem genau ist und umliegendes Gewebe schont.

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CellSurgeon, Laserschneidesystem mit 3D-Bildgebung

Auch in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung können unsere Systeme ganz konkret den Patienten nützen. So verwendet einer unserer Kunden – ein  Pharma-Unternehmen – unsere Technologie in der Thromboseforschung. Der Laser kann gezielt kleine Blutgerinnsel induzieren, die anschließend beobachtet werden. So kann man zum Beispiel untersuchen, wie gut ein neuer Wirkstoff gegen Krankheiten wie Thrombosen wirkt.

Wir sehen außerdem hervorragende Einsatzmöglichkeiten, um präklinische Tests für Implantate zu beschleunigen. Sicherlich kennt beinahe jeder eine Person mit einem Implantat, wie einem Stent nach einem Herzinfarkt oder einer Hüftprothese. Damit die Anwendung der Implantate in Patienten wirklich sicher ist, müssen diese vor ihrer Zulassung ausgiebig im Tiermodell untersucht werden. Der Prozess dauert wegen des hohen Probenaufkommens oft sehr lange. Unsere Lasersysteme können präklinische Tests um mehrere Monate beschleunigen, weil sie selbst schwieriges Gewebe mit harten Bestandteilen wie Knochen, Zähnen oder sogar Metall ohne aufwendige Vorarbeiten schneiden. Patienten kann dadurch schneller mit innovativen und sicheren Medizinprodukten geholfen werden.

Unsere Vision ist es, dass die Lasersysteme zukünftig auch in der Diagnostik eine tragende Rolle spielen, etwa wenn Gewebeproben (Biopsien) bei Tumorverdacht untersucht werden. Normalerweise werden diese mechanisch geschnitten und aufwendig weiter verarbeitet. In der Regel dauert es mehrere Tage bis zum Untersuchungsergebnis. Die Arbeitskräfte des Labors könnten mit Hilfe der Lasertechnologie entlastet werden, weil sie den Aufwand reduziert. Und für die Patienten ist die Wartezeit zwischen Hoffen und Bangen meist emotional sehr belastend. Folglich entlastet die Lasertechnologie auch Patienten, indem sie diese Zeit verkürzt.

Wir bedanken uns bei Dr. Birgitta Stolze für das Interview.

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