Am 24. September ist Bundestagswahl. Uns als Mitglied des Bundesverbandes Crowdfunding e.V. hat besonders interessiert, was die einzelnen Parteien zum Thema Crowdfunding sagen. Um herauszufinden wie die möglichen zukünftigen Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu Crowdfunding stehen und welche Förderung hier geplant ist, hat der Bundesverband Crowdfunding e. V. die Parteien befragt. Die Wahlprüfsteine wurden von CDU/CSU, SPD, Bündnis´90/Die Grünen, Die Linke und der FDP beantwortet:

1. Crowdfunding allgemein

Alle befragten Parteien bewerten die Finanzierungsalternative Crowdfunding als positiv und betonen dabei den hohen Schutz der Investoren. Vor allem die CDU/CSU möchte für Investoren steuerliche Förderungen einrichten, um insbesondere den Zugang von Startups zu Kapital zu verbessern.

2. Crowdfunding Regulierung

Die Parteien wollen die Vorgaben der Europäischen Kapitalmarktunion und die beschlossene Senkung der Hürden für Unternehmen, die Crowdfunding nutzen, um auch deutsches Recht anzupassen. Dabei legt besonders die FDP Wert darauf, dass Deutschland hinter anderen Ländern nicht zurückfällt und plädiert für eine Anhebung der EUR 2,5 Millionen Schwelle für Unternehmen. Ebenso könnte sie sich vorstellen, dass die 10.000 Euro Grenze für Privatinvestoren angehoben wird.

3. Wagniskapital

Alle Parteien wollen den Zugang zu Kapital – insbesondere Wagniskapital – stärken, haben jedoch Meinungsverschiedenheiten in der Umsetzung. Eine der Forderungen des Verbandes ist, das  steuerlich geförderte Invest-Programm für Business Angels auch für Crowdinvestoren genutzt werden kann.

4. Finanzierung für kleine und mittelständische Unternehmen

Auch für etablierte klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) sollen alternative Finanzierungswege geschaffen werden. So sprechen sich Bündnis‘90/Die Grünen für eine Evaluierung und Aufhebung der Obergrenze für Schwarmfinanzierung aus, sofern das mit ihr verbundene Ziel des Verbraucherschutzes auf anderem Wege erreicht wird.

5. Immobilien-Finanzierung

Alle Parteien wollen, dass das Angebot von Wohnungen deutlich erhöht wird. Crowdfunding wird von allen Parteien als eine Möglichkeit gesehen, um neue Wohnungen entstehen zu lassen.

6. Finanzierung für Erneuerbare Energie

Der Klimawandel ist weiterhin ein großes Thema und so haben sich alle ambitionierte Ziele gesetzt, um dem Klimawandel entgegen zu treten und den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu fördern. Dabei wird das Finanzierungsinstrument Crowdfunding befürwortet um die Energiewende voranzubringen.

7. Digitaler Verbraucherschutz

Der digitale Verbraucherschutz wird auch zukünftig ein äußerst wichtiges Thema in der Politik sein. Insbesondere die SPD will gegenüber den Sharing-Plattformen die Verbraucherrechte stärken.

 

Die vollständigen und ausführlichen Wahlprüfsteine können unter diesem Link eingesehen werden: www.bundesverband-crowdfunding.de/wahlpruefsteine-2017/