3 Fragen – 3 Antworten: Im Interview mit Philipp Kalwies und Andreas Dubrow von Decimo

Wir haben nachgehakt – von den Unternehmern Philipp Kalwies und Andreas Dubrow des FinTechs Decimo wollten wir genauer wissen, warum sie Crowdkapital suchen und wo sie Ihre Chancen gegenüber den großen Banken sehen.

 

FunderNation: Interessierte Beobachter der Finanzbranche wissen, dass zurzeit in einige FinTech-Unternehmen sehr hohe Summen investiert werden. Es geht um ein- und zweistellige Millionenbeträge. Das Börsenmagazin der ARD spricht sogar von einer wahren „FinTech-Revolution“. Demgegenüber will Decimo mit der aktuellen Crowdfunding-Kampagne bei FunderNation 100.000 Euro erzielen. Warum ein Betrag in dieser Höhe?

Kalwies DecimoPhilipp Kalwies: Ja, in der Tat, es wird viel in FinTech investiert. Das Investitionsvolumen im deutschen FinTech-Markt liegt 2015 bei mehreren Millionen. In den USA ist es noch beeindruckender. Allein im September 2015 erhielten 18 FinTech-Unternehmen insgesamt 210 Millionen US$. Aber auf ein Investment in der Größenordnung von mehreren Millionen sind wir bei Decimo nicht angewiesen, um unsere ehrgeizigen Wachstumsziele zu erreichen. Allein dieses Jahr haben wir einen Investor hinzugewonnen, der sich mit einem sechsstelligen Betrag an Decimo beteiligt, es gibt (stille) Beteiligungen an unserem Unternehmen, darunter beispielsweise die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg, und wir haben Business Angels als Investoren an unserer Seite. Das Crowdkapital, das wir auf FunderNation einsammeln, wird hauptsächlich zur Refinanzierung bereits eingereichter Kundenrechnungen verwendet. Und für weitere Investoren gilt: You are more than welcome

Dubrow DecimoAndreas Dubrow: Alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, wissen: Die Entwicklungen im FinTech-Markt sind rasant und das Wachstumspotential gigantisch. Deswegen machen wir ja auch unseren Job so gerne! Aber wir machen unsere Arbeit auch sehr sorgfältig. Gerade jetzt findet sich der Markt der zukünftigen FinTechs. Wir beobachten den Wettbewerb sehr genau und wissen, dass wir exzellent aufgestellt sind. Durch den extrem hohen Automatisierungsgrad der Geschäftsprozesse bei Decimo erreichen wir eine sehr hohe Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells und können damit eine entsprechend hohe Rendite ermöglichen. Wir wissen, dass wir einen exzellenten Factoring-Service für Selbstständige und KMUs anbieten. Diese Zielgruppe ist groß und noch kaum erschlossen. Kein Wunder, dass wir beständig wachsen und durch die breite Portfolio-Streuung liegt das Ausfallrisiko bei nur 0,24 Prozent. Das ist eine sehr gute Quote.

FunderNation: Inzwischen weiß man: Die großen Banken investieren selbst in FinTechs. Das Epizentrum der FinTech-Branche ist interessanterweise nicht Frankfurt, sondern Berlin. Decimo hat sich auf Factoring für Selbstständige und KMUs spezialisiert. Das scheint erklärungsbedürftig.

Andreas Dubrow: Decimo bietet mit Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) online-basiertes Factoring für kleine Unternehmen und Freiberufler an und zählt damit zur FinTech-Branche. Damit ist das für große Unternehmen seit Jahrzehnten übliche Factoring, also die Vorfinanzierung von Kundenrechnungen, erstmals für Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen verfügbar. Und dieser Markt ist alles andere als klein. Das Factoring-Potential wird in diesem Segment auf über 500 Mrd. EUR in Deutschland geschätzt. Zum Vergleich: Das komplette Konsumentenkreditgeschäft liegt mit etwa 200 Mrd. EUR bei nicht einmal der Hälfte.

Philipp Kalwies: Im Grunde haben wir es mit einer Situation wie bei David gegen Goliath zu tun, wobei wir nicht gegen die Banken arbeiten, sondern am Liebsten mit ihnen. Es ist doch so: Verschlafen die Banken den Trend ziehen Unternehmen wie wir an ihnen vorbei. Modernisieren sie ihre Finanzdienstleistungen mit uns und passen sie diese an die Wünsche ihrer Kunden an, kann etwas ganz Großes entstehen. Nämlich nichts weniger als ein einfacher, schneller und online-basierter Finanzservice. Da liegt die Zukunft.

FunderNation: Sie beide sind schon viele Jahre im Factoring-Geschäft, haben aber Decimo erst offiziell gegründet, als sie 2014 die so genannte Bafin-Lizenz erhalten haben. Damit haben Sie sich ein Alleinstellungsmerkmal im Markt erarbeitet und seitdem wächst Decimo kontinuierlich. Wachstum ist erfreulich, muss aber immer auch bewältigt werden. Wie stemmen Sie die Herausforderungen in personaltechnischer Sicht, ohne dass die Kosten explodieren? Wie teilen Sie beide untereinander die Aufgaben auf?

Andreas Dubrow: Wie eingangs erwähnt, haben wir einen extrem hohen Automatisierungsgrad unserer Geschäftsprozesse erreicht. Werden Rechnungen bei uns unter www.decimo.de eingereicht, wird die Bearbeitung komplett online abgewickelt. Nur bei Einzelfragen und Sonderfällen wird unser Support benötigt, was wir natürlich gerne machen. Mir persönlich ist wichtig, dass die Prozesse reibungslos laufen. Nur wenn der Service stimmt und unsere Kunden zufrieden sind, werden wir Erfolg haben. Und das ist genau der Bereich, um den ich mich hauptsächlich kümmere.

Philipp Kalwies: Man muss dazu sagen, dass wir ein tolles Führungsteam bei Decimo haben. Jeder ist sehr engagiert und der Umgang untereinander herzlich. Es ist sehr motivierend, in einer solch innovativen und zukunftsweisenden Branche zu arbeiten. Während Andreas die Geschäftsabläufe verantwortet, haben wir noch Experten für die Finanzen, die IT, die Kundenbetreuung, das Marketing und die Pressearbeit. Was meine Person betrifft, bin ich derjenige, der raus geht, den persönlichen Kontakt sucht und unser Geschäftsmodell vorstellt. Zusammen haben wir alle eine gemeinsame Vision: Wir wollen mit unserem innovativen Angebot den Markt für Firmenfinanzierungen revolutionieren. Daran arbeiten wir täglich.

1 Comment

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